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Rheumatische, bakterielle und degenerative Kniegelenkentzündungen

Die rheumatische Arthritis (Gelenkentzündung) kann ein oder mehrere Gelenke befallen.
Sie führt zu einer Schwellung und Entzündung der Gelenkschleimhaut, welche die gesamte Gelenkkapsel innen auskleidet. Weitere Ursachen für eine Entzündung der Gelenkschleimhaut sind die bakterielle und die abnützungsbedingte Gelenkentzündung sowie die Veränderung (Metaplasie) der Gelenkschleimhaut selbst.

Die Gelenkflüssigkeit (Synovia) wird durch diese Entzündung, insbesondere bei der aggressiven rheumatoiden Arthritis, in ihrer Zusammensetzung negativ beeinflusst, was zur Schädigung und später auch zur Zerstörung des Gelenkknorpels führt. Die Beschwerden einer rheumatischen Gonarthritis (Kniegelenkentzündung) äußern sich in Schwellungen, Schmerzen bei Belastung und in Ruhe bis hin zu einer zunehmenden Bewegungseinschränkung.

Die Diagnosestellung erfolgt hauptsächlich über eine Untersuchung des Blutes und der Gelenkflüssigkeit.
Bei der bakteriellen Entzündung kommen zusätzlich zu Hitze und Rötungen des Gelenkes noch allgemeine Krankheitszeichen wie Fieber und Abgeschlagenheit hinzu, beweisend ist auch hier die Untersuchung der Kniegelenkflüssigkeit.
Die abnützungsbedingte Gelenksreizung zeigt ebenfalls Gelenkergüsse und Schmerzen, verläuft aber mit stark wechselnden Beschwerden (siehe Abschnitte Knorpelschäden und Arthrose).

 

Behandlungsprinzip

1. Die eigentliche rheumatische Arthritis sollte in Absprache mit dem behandelnden Rheumatologen zunächst einige Monate konservativ-medikamentös behandelt werden.

Bei Fehlschlagen der Therapie sollte mit einer sogenannten arthroskopischen "Frühsynovektomie" (Entfernung der entzündeten Gelenkschleimhaut) nicht zu lange gewartet werden, um größeren Schäden am Gelenkknorpel oder gar einer völligen Gelenkzerstörung vorzubeugen.
Gegenüber der früheren (und auch heute noch üblichen) offenen Operation bietet die arthroskopische Synovektomie große Vorteile bezüglich der Schonung wichtiger Kapselbandstrukturen. Da eine breite Gelenkeröffnung entfällt, wird auch die Gefahr der Arthrofibrose (Gelenkverschwartung, Gelenkeinsteifung) gebannt.

Der Entschluss zur Frühoperation fällt daher heute leichter. Die Belastung des Patienten und die postoperativen Schmerzen sind gering und die Rehabilitation verläuft rasch. Der Spitalsaufenthalt beträgt nur wenige Tage.

2. Die bakterielle Kniegelenkentzündung bedarf eines sofortigen arthroskopisch-chirurgischen Vorgehens, nämlich der Synovektomie (Entfernung der Gelenkschleimhaut) und erfordert einen Spitalsaufenthalt von mindestens drei Wochen. Zusätzlich werden hoch dosierte Antibiotika verabreicht.

3. Die abnützungsbedingte Kniegelenkreizung kann häufig erfolgreich konservativ behandelt werden.
Die arthroskopisch-chirurgischen Maßnahmen entsprechen denen einer "Gelenktoilette" - siehe Abschnitt Knorpelschäden und Arthrose.

Nachbehandlung

Unmittelbar nach der Operation beginnt die Bewegungstherapie auf einer motorisierten Knieschiene (CPM).
Aufstehen ist nach Entfernung der Drainagen ab dem 2. Tag nach der Operation möglich.

Arbeitsfähigkeit

Sowohl dieser Punkt wie auch etwaige Wünsche zur Sportausübung sind abhängig von Art und Ausmaß der Kniebinnenschäden, sie sollten vorher mit uns besprochen werden.

Ergebnisse

Generell gilt: Je früher der Eingriff durchgeführt wird, umso größer ist die Erfolgsaussicht.
Seit der Einführung der arthroskopischen Synovektomie und der Hochfrequenzchirurgie, bei denen eine fast blutfreie selektive Entfernung der entzündeten Gelenkschleimhaut möglich ist, beträgt die Erfolgschance 80 bis 90 Prozent.

Komplikationen

Die Komplikationsrate ist sehr gering und entspricht jener der anderen arthroskopischen Operationen.
Weniger eine Komplikation, sondern mehr eine Folge der rheumatischen Gelenkentzündung ist das fallweise Wiederauftreten der entzündlichen Gelenkschleimhaut nach einiger Zeit.
Auf Grund der geringen Operationsschmerzen entschließen sich aber die Patienten "gerne" für eine Wiederholung des arthroskopischen Eingriffes.